
Palliativ: das bedeutet 'ummanteln' oder 'umhüllen'. Gemeint ist eine Pflege und Betreuung, die den Menschen wie ein schützender Mantel umgibt. Palliative Pflege ist insbesondere in der letzten Lebensphase wichtig, wenn Heilung nicht mehr möglich ist. Sie ist die Grundlage der Arbeit im Kinderhospiz Bärenherz.
Im Mittelpunkt der palliativen Versorgung stehen schwerstkranke, sterbende Kinder und Jugendliche sowie deren Familien. Das Ziel der Palliativpflege ist, den Kindern und Jugendlichen in ihrer besonderen Lebenssituation angemessene ärztliche, pflegerische psychologische, soziale und spirituelle Begleitung zu ermöglichen. Dabei sollen alle Beteiligten in der Zeit der Erkrankung, des Sterbens und der Trauer mit einbezogen werden.
Grundlage der Palliativversorgung ist der Respekt vor der Selbstbestimmung der Patienten, der persönlichen Lebensgeschichte, der mit der Krankheit verbundenen Auswirkungen sowie den daraus resultierenden individuellen Wünschen und Bedürfnissen.
Pädiatrische hospizliche und palliativmedizinische Versorgung soll allen Kinder mit lebenslimitierenden oder lebensbedrohlichen Erkrankungen sowie deren Familien zugute kommen, unabhängig von deren sozialem Status, Herkunft oder Religion.
So werden zum Beispiel letzte Ausflüge, Zoobesuche, Theaterbesuche und vieles mehr organisiert. Die Kinder werden oft nach Wünschen gefragt, die sie sich noch unbedingt erfüllen wollen. Palliative Pflege in der Praxis heißt aber auch, die Kinder oder Jugendlichen entscheiden zu lassen, wie hoch der pflegerische Aufwand gerade in diesem Moment zu sein hat.
In der Grundpflege wird sehr viel mit hochwertigen Ölen und Düften gearbeitet. Die Sinne werden durch basale Waschungen stimuliert und beruhigt. Aber auch durch Gerüche, sei es durch Duftöle oder den Geruch des Lieblingskuchens oder Lieblingsessens des kleinen Patienten, kann ein Wohlbefinden erzeugt werden. Die Eltern und Geschwister werden – soweit sie dies wünschen – in die Pflege mit einbezogen. Denn oft ist es wichtig für die Angehörigen, noch etwas für ihr Kind zu tun.
Die Schmerztherapie ist ein weiterer wichtiger Bestandteil in der Palliativmedizin, dabei arbeiten die Eltern, die Patienten, das Pflegepersonal und die Ärzte ganz eng zusammen. Die normalerweise einmal in der Woche stattfindende Visite wird in der Finalphase eines Patienten auf den Bedarf angepasst, das heißt bis zu täglichen Besuchen. Es findet ein enger, persönlicher und telefonischer Austausch zwischen Pflegepersonal und Hospizkinderärztinnen statt.